Jeder hat mal angefangen: So startest du erfolgreich die Suche nach deinen Ahnen

Teil 1 der Blogserie: Jeder hat mal angefangen

„Die Vorfahren sind die Lehrer kommender Generationen.“ (Chinesisches Sprichwort)

Viele Menschen stellen sich irgendwann in ihrem Leben die Frage, woher sie stammen und wer ihre Vorfahren waren. Dieses anfängliche Interesse kann zu einem tollen Hobby werden, welches dich dein gesamtes Leben begleitet.

Dies ist der erste Teil einer Blogserie, mit der ich dir helfen möchte, einen guten Einstieg in dein neues Hobby zu finden.

Als ich vor ungefähr 10 Jahren mit der Familienforschung begann, habe ich leider viele Anfängerfehler gemacht, die mich viel Zeit und Geld gekostet haben.

Damit dir das nicht passiert, habe ich diesen Leitfaden zusammengestellt, der Anfängern aber auch fortgeschrittenen Hobbyahnenforschern helfen soll diese Fehler zu vermeiden.

Der erste Schritt

Du fragst dich bestimmt, wie oder mit welchem Vorfahren du am besten starten sollst.

Diese Frage lässt sich ganz einfach beantworten.

Da du DEINE Vorfahren suchst, beginnst du natürlich auch mit dir selbst!

Schreib am besten alles über dich auf, was du selbst gern von deinen Vorfahren wissen möchtest, z.B.

  • wann und wo du geboren bist,
  • wie deine Eltern und Geschwister heißen,
  • wo du zur Schule gegangen bist,
  • wann du geheiratet hast,
  • wie dein Ehepartner heißt,
  • wann deine Kinder geboren sind,

Nach diesem ersten einfachen Schritt beginnt dein Hobby erst so richtig….

Frage deine Verwandten aus

Als nächstes solltest du allen lebenden Verwandten die gleichen Fragen stellen, die du dir zu Beginn selbst schon gestellt hast.

Frage außerdem nach

  • Namen und Lebensdaten weiterer Vorfahren
  • Geschichten und Erlebnissen zu deinen Vorfahren
  • weiteren lebenden Verwandten und Freunden, die etwas über deine Ahnen wissen könnten

GANZ WICHTIG!

Vermeide dabei immer, dass du deinen Interviewpartnern Fragen stellst, die ihre Antwort beeinflussen, wie z.B. „Deine Mutter ist doch am 24. Mai 1903 geboren, oder?“.

Dies kann dazu führen, dass dein Interviewpartner vielleicht deiner Aussage zustimmt, obwohl er sich gar nicht zu 100% sicher ist.

Außerdem solltest du deine Befragung protokollieren, damit dir keine Information verloren geht und du später alles nachvollziehen kannst.

Bedenke zudem, dass du mit der Befragung deiner Familienangehörigen nicht zu lange warten solltest. Wir sind leider alle nicht unsterblich und mit einem geliebten Menschen stirbt leider auch sein gesamter Wissensschatz.

Bring Ordnung in das Chaos

Eine der schwierigsten Aufgaben ist es, zu Beginn eine systematische Ordnung in deine gesammelten Informationen zu bringen.

Dazu solltest du als erstes deine gesammelten Interviewprotokolle mit einer Signatur versehen, um sie unverwechselbar zu machen und damit du dich später auf diese Quelle beziehen kannst.

Anschließend ist es ratsam, deine vorhandenen Protokolle in einer Quellenliste zu erfassen. Diese kannst du am einfachsten mit Excel erstellen.

Deine Liste kann z.B. so aussehen:

Signatur Name
0001 Interviewprotokoll mit Gerda Schmidt
0002 Interviewprotokoll mit Helmut Müller
0003 Interviewprotokoll mit Andreas Gerlach

Somit hast du immer einen Überblick über deine Quellen und weißt welche Interviews du schon geführt hast.

Später werden hier noch andere Quellenarten dazu kommen. Diese werden wir in den nächsten Artikeln dieser Serie behandeln.

Trage die Informationen zusammen

Jetzt hast du deine Quellen/Interviews erfasst.

Was dir allerdings noch fehlt ist ein Dokument, auf welchem die Informationen aus verschiedenen Quellen zu einer Person übersichtlich zusammengefasst sind.

Dafür gib es sogenannte Personenstammblätter. Du kannst aber auch auf einem sogenannten Familiengruppenbogen die Informationen einer ganzen Familie (Vater, Mutter, Kinder) zusammenfassen.

Tolle Vorlagen für Personenstammblätter und Familiengruppenbögen findest du hier.

Die erste Ahnentafel

Um jetzt noch etwas mehr Überblick in deine gesammelten Personen zu bringen, kannst du diese in einer Ahnentafel anordnen, um die verwandtschaftlichen Beziehungen darzustellen.

Gute Vorlagen findest du auch beim Verein für Computergenealogie.

Um jedem deiner Vorfahren in deiner Ahnentafel eine eindeutige Nummer zuzuordnen, hat sich Stephan Kekule von Stradonitz 1898 ein einheitliches System ausgedacht.

Da dieses Nummerierungssystem international von Genealogen anerkannt ist, solltest du dieses auch für deine Forschung nutzen.

Es funktioniert nach folgenden einfachen Regeln:

  1. Der Proband (also du) bekommt die Nummer 1
  2. Alle männlichen Personen erhalten eine gerade Zahl
  3. Alle weiblichen Personen erhalten eine ungerade Zahl
  4. Die Nummer des Vaters ist immer das doppelte der Nummer des Kindes
  5. Die Nummer der Mutter ist immer das doppelte der Nummer des Kindes +1

Damit du dir darunter besser etwas vorstellen kannst, habe ich für dich ein Beispiel vorbereitet.

Du
1
Vater Mutter
2 3
Großvater Großmutter Großvater Großmutter
4 5 6 7

Fazit

Nach dem Lesen dieses Artikels steht dir nun das erste Handwerkszeug zur Verfügung, um sofort mit der Erforschung deiner Familiengeschichte zu beginnen.

Doch dies ist nur der Anfang einer spannenden Reise durch die Vergangenheit.

Nachdem du die ersten persönlichen Gespräche mit Verwandten geführt hast, werden dir zwei entscheidende Nachteile auffallen.

Zum einen können Ereignisse und Daten, welche schon lange zurückliegen, unbeabsichtigt falsch wiedergegeben werden. Mündliche Quellen sind demzufolge mit einer recht großen Unsicherheit behaftet.

Zum anderen reichen mündliche Überlieferungen meist nicht mehr als 100 Jahre zurück.

Es bleibt dir, als angehendem Hobbygenealogen, also nichts Anderes übrig, als weitere Quellen für deine Forschungen zu suchen.

Welche dies sind und wie du diese finden kannst, erkläre ich dir im nächsten Teil dieser Serie.

Falls du noch weitere Fragen und Probleme mit deiner Ahnenforschung hast oder es Themen gibt, über die du gerne mehr erfahren möchtest, kannst du dies gern unten in die Kommentare schreiben.

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Tim ist Wirtschaftswissenschaftler, Unternehmensberater und Blogger. Er lebt in Dresden und erforscht nun schon seit 10 Jahren die Geschichte seiner Familie. Als Autor auf archivbegleiter.de hilft er dir bei deiner Ahnenforschung.

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