Jeder hat mal angefangen: Mit diesen 5 Quellen bekommst du noch mehr Infos zu deinen Vorfahren

Teil 5 der Blogserie: Jeder hat mal angefangen

Heute folgt der letzte Teil der Blogserie „Jeder hat mal angefangen“.

Wenn du den letzten Teil noch nicht gelesen hast, findest du ihn hier:

Jeder hat mal angefangen: Dein erstes Kirchenbuch

Bis jetzt hast du gelernt, wie du deine Verwandten befragst, Familiendokumente aufspürst und auswertest. Du weisst jetzt, wie dir Standesamtsregister und Kirchenbücher bei deiner Suche helfen.

Damit hast du schon das grundlegende Handwerkszeug, um mehr Informationen zu deinen Vorfahren zu finden.

Manchmal wirst du aber mit Problemen konfrontiert, bei denen dir diese Quellen nicht weiter helfen werden. Außerdem bist du ja vielleicht so ambitioniert, dass du mehr über deine Ahnen erfahren möchtest als nur ihre nackten Lebensdaten.

Dafür habe ich für dich diesen letzten Teil der Serie geschrieben.

Hier erfährst du welche Quellen es noch gibt und wie sie dich bei deinen Forschungen unterstützen.

Haben deine Vorfahren in einer Mietskaserne oder im Villenviertel gelebt?

Das kannst du mit historischen Adressbüchern herausfinden.

Adress- und Telefonbücher werden durch die heutigen zahlreichen Onlineangebote kaum noch genutzt und sterben immer mehr aus. Wollte man jedoch in früheren Zeiten wissen wie die Adresse einer bestimmten Person ist, war man auf Adressbücher angewiesen.

Vor allem für Ahnenforscher ist dies eine interessante Quelle. Mit Hilfe der Adressbücher kannst du zum Beispiel den Zeitraum eingrenzen, wann dein Vorfahre in eine bestimmte Stadt gezogen ist oder wann er verstorben ist.

Außerdem lässt sich ermitteln, zu welcher Kirchengemeinde oder Standesamtsbezirk dein Vorfahre gehörte. Dies ist vor allem in Großstädten wichtig, um das richtige Kirchenbuch zu finden, da es hier oft mehrere Kirchengemeinden gab.

Nachdem 1701 das erste deutsche Adressbuch erschienen ist, folgten kurze Zeit später weitere große Städte wie Frankfurt, Berlin oder Dresden.

Die Dresdner Adressbücher werden dir zum Beispiel kostenlos im Internet zur Verfügung gestellt. Wie du das Portal dafür am besten nutzt, erfährst du im Blogartikel:

Online-Plattform: Historische Adressbücher – So gelingt Dir der Einstieg in eine erfolgreiche Suche

Auch der Verein für Computergenealogie hat zahlreiche Adressbücher digitalisiert und stellt diese in seiner Datenbank Historischer Adressbücher kostenlos zur Verfügung.

Deine Vorfahren sind vor Gericht gezogen?

Perfekt! Dann hast du gute Chancen etwas in Gerichtsbüchern über sie zu finden.

Gerichtsbücher sind Verzeichnisse, in die Handlungen der freiwilligen Gerichtsbarkeit eingetragen wurden. Also zum Beispiel Grundstücksverkäufe, Erbstreitigkeiten oder Heiratsverträge.

Diese Verzeichnisse wurden bis in das 19. Jahrhundert hinein von lokalen Gerichten geführt. Dabei wurden die einzelnen Rechtshandlngen gemeinsam in einem Buch verzeichnet. Auch wurden für unterschiedliche Bereiche verschiedene Verzeichnisse angelegt.

So kann es Vorkommen, dass du bei deiner Suche auch auf Bezeichnungen wie Gerichtshandelsbuch, Heiratsbuch oder Hypothekenbuch stößt.

In Sachsen gibt es eine fast flächendeckende Überlieferung der Gerichtsbücher vom 15. Jahrhundert bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Wie du die richtigen sächsischen Gerichtsbücher findest? Auch dazu findest im Archivbegleiter-Blog einen Beitrag mit Anleitungsvideo.

Online-Findmittel Sächsische Gerichtsbücher: So findest du den richtigen Mikrofilm

Dein Ahne war Soldat?

Dann solltest du unbedingt einen Blick in Musterungslisten werfen.

Hier wurden einmal im Jahr alle Soldaten erfasst, die sich im jeweiligen Regiment im Dienst befanden. Du kannst in diesen Listen in der Regel Informationen zum Dienstgrad, Herkunft, Alter und Geburtsort erhalten.

Wenn du Glück hast, findest du auch Angaben zur Teilnahme an Feldzügen, der Dienstdauer oder Verwundungen.

Wenn du also weißt in welchem Regiment dein Vorfahre gedient hat, kann sich ein Blick in die Musterungslisten wirklich lohnen!

Eine besondere Totenpredigt für deinen Vorfahren

Unter Umständen hat der Pfarrer zum Tod deines Ahnen eine sogenannte Leichenpredigt geschrieben.

Dabei handelt es sich um Trauerschriften, die für Verstorbene angefertigt wurden. Sie enthalten in den meisten Fällen umfängliche Angaben zu dem Dahingeschiedenen.

Allein in Deutschland sind ca. 300.000 Leichenpredigten überliefert. Allerdings wirst du wenig Glück haben, eine solche Predigt für einen Vorfahren zu finden, wenn er ein einfacher Tagelöhner oder Bauer war.

Gehörte er aber zum Adel oder zur sozialen Oberschicht, dann hast du gute Chancen, fündig zu werden.

Im Gesamtkatalog Deutschsprachiger Leichenpredigten (GESA) der Forschungsstelle für Personalschriften kannst du online nach Leichenpredigten deiner Vorfahren suchen.

Du kannst keine Kirchenbücher lesen?

Kein Problem. Dafür gibt es schon viele Ortsfamilienbücher .

Ortsfamilienbücher sind eine sehr interessante Quelle für Ahnenforscher. Sie können die Arbeit erheblich vereinfachen. Aber auch sie sollten mit einem kritischen Blick gelesen werden.

Bei Ortsfamilienbüchern handelt es sich um sogenannte Sekundärquellen. Dies bedeutet, dass die Informationen aus dem Ortsfamilienbuch aus einer Primärquelle, wie einem Kirchenbuch oder Standesamtsregistern. D. h., dass die Informationen aus anderen Quellen abgeschrieben und gesammelt wurden.

Es ist also nichts anderes als ein ausgewertetes Kirchenbuch in dem die familiären Zusammenhänge eines Ortes dargestellt sind.

Da bei der Auswertung von Primäquellen und Übertragung von Daten aber auch Fehler gemacht werden können, solltest du daher trotz der einfachen Handhabung immer kritisch bleiben. Bei Unstimmigkeiten, schau dir die ursprüngliche Quelle an.

Eine Datenbank zu den verschiedensten Ortsfamilienbüchern findest du beim Verein für Computergeneal0gie.

Fazit

Jetzt bist du mit dem grundlegenden Handwerkszeug ausgestattet und kennst die wichtigsten Quellen für die Ahnenforschung. Nun kannst du so richtig mit deinem neuen Hobby durchstarten!

Solltest du doch noch an manchen Stellen Probleme haben, dann ist das ganz normal. Ahnenforschung ist ein nicht ganz einfaches Hobby. Es lohnt sich aber die Probleme anzugehen.

Schnell wirst du merken, wie dieses Hobby dein Leben bereichern wird und wie süchtig es machen kann. 🙂

Bei Fragen und Problemen schreib mir dies doch einfach unten in die Kommentare oder werde Mitglied in der Archivbegleiter-Facebook-Gruppe „Erste Hilfe Ahnenforschung“

Tim ist Wirtschaftswissenschaftler, Unternehmensberater und Blogger. Er lebt in Dresden und erforscht nun schon seit 10 Jahren die Geschichte seiner Familie. Als Autor auf archivbegleiter.de hilft er dir bei deiner Ahnenforschung.

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